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Unter diesem Bann der Sehnsucht nach dem Sozialen und gesteuert von den Perspektiven und Meinungen unseres unmittelbaren sozialen Umfelds ordnen sich unsere täglichen Routinen etwa so: erst die neuesten Berichte durchgehen, dann die Filtereinstellungen nachjustieren, weiter zum noch nicht Gelesenen, das eigene Leben mit neuen Ereignissen auffrischen, ausmisten und aktualisieren (aber nicht sofort), Links setzen, um sie später noch mal anzuschauen, den/die Ex auf stumm schalten, ein geheimes board aufsetzen, eine Umfrage erstellen, über das soziale Plugin einen Kommentar abgeben, ein Video auf das Profil hochladen, zwischen „Liebe“, „Haha“, „Wow“, „Traurig“ und „Wütend“ wählen, den Leuten nachgehen, die dich erwähnt haben, Änderungen im Beziehungsstatus der anderen überprüfen, einem Opinionleader folgen, Mitteilungen empfangen, eine Photostrecke zusammenstellen, die zu deinem Avatar verlinkt, ein Bild reposten, sich im verdoppelten Verlauf der Chronik verirren, verhindern, daß Freunde meine Updates sehen, eine Empfehlung austesten, Titelbilder anpassen, must-click-Überschriften erstellen, mit einem Freund oder einer Freundin chatten und nebenbei feststellen, da „1 026 595 Leute dieses Thema mögen“.

Quelle: Geert Lovinks in lettre, Plattformkapitalismus.

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